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Beschäftigungsstopp erzürnt Bürgermeister

Die K+S Kali GmbH ist einer der führenden Anbieter von Kali- und Magnesiumprodukten weltweit. In den Werken Werra und Neuhof sind mehr als 5.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Hessen und Thüringen beschäftigt. Unter Einbeziehung der Subunternehmen und Zulieferfirmen kann diese Zahl etwa verdreifacht werden. Die Kaliproduktion trägt damit einen hohen Beitrag zur Wertschöpfung in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Fulda und Wartburgkreis bei.  

 

Bei der Kaliproduktion fallen unvermeidbar Salzabwässer an, die entsorgt werden müssen. Ein derzeit wichtiger Bestandteil dabei ist die Versenkung der Kalilauge, zumindest bis die Pipeline bis zur Oberweser realisiert ist.

 

Das Regierungspräsidium Kassel hat K+S übergangsweise bis zum 31. Dezember 2016 die Erlaubnis zur Fortsetzung der Versenkung von Salzabwässern am Standort Hattorf des Werkes Werra auf Basis eines jährlichen Gesamtvolumens von 725.000 Kubikmetern erteilt. Dabei dürfen bestimmte Monats- und Tagesmengen nicht überschritten werden. 

 

Mit dieser Übergangsregelung steht der K+S Kali GmbH demnach faktisch nur die Einleitung in die Werra zur Entsorgung der Salzabwässer zur Verfügung. Damit steht die Kaliproduktion in direkter Abhängigkeit von der Wasserführung der Werra.

 

„Selbstverständlich kommt dem Schutz der Umwelt in der hiesigen Region ein großer Stellenwert zu.“ sind sich die Bürgermeister Andre Stenda aus Hohenroda, Ralf Orth aus Philippsthal und Roland Ernst aus Unterbreizbach einig. Der Kaliproduzent K+S hat in der Vergangenheit immense Summen investiert, um die Salzabwassermengen deutlich zu reduzieren. Damit konnten seit 2011 bis heute die jährliche Abwassermenge auf nunmehr 7 Millionen Kubikmeter halbiert werden. Weitere Investitionen sind in der Umsetzung bzw. Planung, um die Umwelt darüber hinaus zu entlasten. „Diesen Maßnahmen gebührt hohe Anerkennung. Sie haben einen hohen Nutzen für unsere schöne Region im Werratal. Dieser Weg soll auch in Zukunft fortgeführt werden. Um diese Investitionen in den Umweltschutz jedoch tätigen zu können, ist die Gewinnerzielung durch einen stetig laufenden Betrieb zwingende Voraussetzung.“ so die Bürgermeister. 

 

Ursprünglich hatte das Unternehmen eine bis Dezember 2021 mit maximalen jährlichen Versenkmengen von 3,9 Millionen Kubikmeter pro Jahr beantragt. Diese Mengen sind zur Aufrechterhaltung des Betriebes unumgänglich. Die Auswirkungen für die Übergangsregelung mit minimierten Werten, bekommen die Mitarbeiter der Standorte Hattorf, Unterbreizbach und Merkers jetzt zu spüren.

 

Durch die geringen Niederschläge in den vergangenen Wochen und die damit verbundene Limitierung der Salzabwässer in die Werra, steht die Produktion in einigen Werken still. „Das worauf wir schon im November letzten Jahres hingewiesen haben, ist jetzt leider Wirklichkeit geworden.“, so die drei Bürgermeister. „Hiervon hängen Existenzen ab.“, zeigen sie sich sichtlich besorgt um das betroffene Personal. Die jetzige Situation führt zu einer starken Verunsicherung der Bürger in der gesamten Kaliregion. „Es muss tunlichst eine Lösung her, um den Betrieb im Interesse der dortigen Arbeitskräfte aufrechtzuerhalten.“ fordern sie abschließend.

In einzelnen Kaliwerken bleiben für manche Mitarbeiter die Tore wegen Kurzarbeit geschlossen. Bürgermeister Roland Ernst (Unterbreizbach), Bürgermeister Ralf Orth (Philippsthal) und Bürgermeister Andre Stenda (Hohenroda) setzen sich für eine schnellstmögliche Lösung im Interesse der Mitarbeiter ein.