Neujahrsgrüße des Bürgermeisters

01.01.2024

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Hohenroda,

ein ereignisreiches Jahr 2023 liegt hinter uns. Auch im vergangenen Jahr mussten viele Herausforderungen und Aufgaben bewältigt und gemeistert werden.

Vielerorts herrscht eine große Verunsicherung über die zukünftige Entwicklung unseres Landes. Im Weltgeschehen folgt gefühlt eine Krise der nächsten. Erst war es Corona, was unseren Lebensrhythmus komplett auf den Kopf stellte. Dann kam der russische Angriffskrieg auf die Ukraine.

Und im vergangenen Jahr der Nahostkonflikt zwischen Israel und den Hamas. Man fragt sich sicher zurecht, wo das alles noch hinführen soll.

Eines jedoch wird durch diese Krisen deutlich. In schwierigen Zeiten ist es wichtiger denn je zusammenzustehen.

Auch im gemeindepolitischen Bereich sind die Auswirkungen daraus spürbar. So machen sich die Baukostensteigerungen, vor allem auch die Knappheit an Materialien bei den Baufirmen durch Verzögerungen in diversen Projekten bemerkbar. Die erheblich einhergegangenen Zinssteigerungen haben durch die vorausschauende Finanzpolitik und die vorhandenen Rücklagen glücklicherweise bisher keine negativen Auswirkungen auf unsere Gemeinde. Jeder Euro an Zinszahlungen wären Steuergelder unserer Bürgerinnen und Bürger. Im Jahr 2009 bspw. zahlte die Gemeinde Hohenroda an die Banken 213.700 € an Zinsen. Besser angelegt ist das Geld doch sicherlich in der Infrastruktur unserer Gemeinde. In der Finanzpolitik von Kreis, Land und Bund weht der Wind inzwischen rauer. Wir müssen uns alle nichts vormachen: Letztlich sind es doch als letztes Glied in der politischen Kette die Städte und Gemeinden und damit deren Bürgerinnen und Bürger, die die finanziellen Löcher oberer Behörden stopfen müssen. Auch hier kommen sicherlich noch große Herausforderungen auf uns alle zu.

Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen hat sich in unserer Gemeinde im vergangenen Jahr einiges getan. Viele Projekte konnten angestoßen, fortgeführt oder fertiggestellt werden.

Nach der Neustrukturierung der gemeindlichen Finanzen stand seither der Abbau des Investitionsstaus im Vordergrund.

Gerade im Tiefbau wurden im Jahr 2023 hohe Finanzmittel bereitgestellt. Mit der Sanierung eines Teilabschnittes des Radweges R15 bei Mansbach konnte ein Unwetterschaden aus dem Jahr 2014 beseitigt werden. Die Baukosten betrugen knapp 270 T €, wobei dem eine Förderung von 175 T € entgegenstanden. Die offizielle Freigabe des Radwegeabschnittes erfolgte dann im Juni 2023 mit einer feierlichen Eröffnung. Bereits in den letzten Jahren wurde zudem immer wieder in den desolaten Zustand der innerörtlichen Straßeninfrastruktur investiert. Dennoch erschien ein Ende zu keinem Zeitpunkt in Sicht. Nunmehr konnte mit dem Straßenunterhaltungsprogramm 2023 ein großer Schritt nach vorne gemacht werden und mit einem Bauvolumen von knapp 230 T € immerhin 16 Straßenzüge (teil-) saniert werden. Hierbei handelte es sich um reine Unterhaltungsmaßnahmen, durch die deren Zustand verbessert wurde und vor allem die Lebenszeit entsprechend verlängert werden soll. Viele schadhafte Fahrbahnrestflächen konnten im Rahmen der Kanal- und Wasserleitungsarbeiten im Ortsteil Ausbach durch die Gemeinde beseitigt werden. Alleine im Jahr 2023 wurden dafür knapp 53 T € aufgewendet. Auch die Ortsdurchfahrt Mansbach soll als Gemeinschaftsmaßnahme mit Hessen Mobil und dem Wasser- und Abwasserzweckverband saniert werden. Mit der Sanierung der Bushaltestelle Schloss Mansbach liegt das Investitionsvolumen voraussichtlich bei ca. 1,5 Mio. €. Das Ausschreibungsverfahren wird demnächst starten, die Bauzeit zwei Jahre betragen. Wir danken den Anliegern jetzt schon für das Verständnis für die daraus sicherlich entstehenden Umstände.

Mit dem Kauf eines neuen Geräteträgers für den gemeindlichen Bauhof ist dieser in seinem Wirken und Handeln wieder voll einsatzfähig. Ob Grünschnitt, Straßenreinigung oder Winterdienst kann fortan wieder mit voller Effektivität erfolgen. Das Altfahrzeug war nicht mehr fahrtüchtig, weshalb hierfür 125 T € investiert werden mussten.

Auch die letzten Maßnahmen aus dem Dorferneuerungsprogramm konnten fertiggestellt werden. Zu erwähnen ist hier der Dorfplatz in Ausbach, der wieder in einem Glanze erstrahlt. Bemerkenswert war dabei der Einsatz vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, die sich an der Baumaßnahme mit großem Einsatz und Engagement beteiligten. All denen gilt ein außerordentlicher Dank. Bei 27 T € Baukosten konnten knapp 17 T € durch Fördergelder abgedeckt werden. Auch im Hochbau hat sich viel getan. So war es Ziel die Außenhüllen der gemeindlichen Gebäude wieder instand zu setzen, um die Gebäudesubstanz langfristig erhalten zu können. Das für knapp 55 T € sanierte und mit 30 T € geförderte Heimatmuseum in Ransbach konnte nach der Fertigstellung nunmehr im Oktober 2023 im Rahmen des dortigen Erntedankgottesdienstes eingeweiht werden. Am 20. Januar 2024 steht nunmehr auch die Einweihung der Turnhalle Mansbach an. Dort wurden das Dach und die Fassade bei Baukosten von 270 T € erneuert. Über die Dorferneuerung wurde ein Zuschuss von 130 T € in Aussicht gestellt. Auch das dortige Heimatmuseum erstrahlt in neuem Glanz. Hier stehen weitere 100 T € zu Buche, dem 64 T € Zuschüsse entgegenstehen.

Das Thema der Energiewende wurde durch die weltweite Krisensituation bestärkt und geriet dadurch immer mehr in den Fokus, auch in Hohenroda. Nachhaltigkeit und Autarkie in dem Sektor sind uns wichtig, die Umsetzung soll jedoch mit Augenmaß erfolgen. So konnten die zwei gemeindlichen Gebäude mit dem höchsten Tagstromverbrauch, also die Gemeindeverwaltung in Oberbreitzbach und erst kürzlich die Kindertagesstätte in Ausbach, mit PV-Anlagen bestückt werden. Das Ergebnis lässt sich mit einem Autarkiegrad von circa 70 % bereits jetzt schon sehen. Die Investitionskosten beider Anlagen liegen bei knapp 60 T €. Auch der im März 2023 ans Netz gegangene Windpark mit einer Nennleistung von insgesamt 28,5 MW trägt zur Energiewende einen erheblichen Beitrag bei. Damit können rund 13.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Zum Vergleich: In Hohenroda gibt es rund 3.100 Einwohner. Somit benötigt die Gemeinde davon gerade einmal einen sehr geringen Anteil für die Eigenversorgung und der Großteil steht für anderweitige Nutzungen zur Verfügung. Hier gehen wir mit gutem Beispiel voran und tragen damit erheblich zur Energiewende bei.

Zudem konnte das Pflegeangebot durch die Gemeinde.Diakonie in unserer Gemeinde neben der häuslichen Pflege mit der Inbetriebnahme der neuen Tagespflege in Ransbach erheblich gesteigert werden. Die Bauleitplanung für das Demenzdorf in Mansbach konnte nach mehreren Unstimmigkeiten mit den Kreisbehörden und damit einhergehenden zeitlichen Verzögerungen nunmehr abgeschlossen und der dafür notwendige Satzungsbeschluss durch die Gemeindevertretung gefasst werden. Ein Investor ist weiter gewillt das Vorhaben zu realisieren. Die erheblichen Baukosten- und Zinssteigerungen stehen einer kurzfristigen Realisierung jedoch entgegen. Wir hoffen hier im Sinne dieses wichtigen Projektvorhabens auf bessere Zeiten und bleiben mit Nachdruck dran.

Auch der Brandschutz ist mit Verweis auf die andauernden Krisensituationen sowie Unwetterkatastrophen wichtiger denn je. Bereits in den letzten Jahren wurde hier entsprechend viel investiert: Neubeschaffung TSF-W Oberbreitzbach, Dachsanierung Feuerwehrgerätehaus Ransbach und der Einsatzleitwagen mit dazugehöriger Garage in Ransbach. Auch das bestehende Feuerwehrfahrzeug in Ausbach wird durch ein neues TSF-W ersetzt. Die Bestellung ist bereits für ein Investitionsvolumen von 95 T € erfolgt und soll hoffentlich im 1. Halbjahr dieses Jahres ausgeliefert werden. Daraus wird ein Neubau der Fahrzeughalle notwendig, da die derzeitige Halle nicht den aktuellen Normen des Landes entspricht. Den voraussichtlichen 610 T € Investitionskosten steht gerade einmal eine 13 %-Förderung des Landes in Höhe von 85 T € entgegen, die mittlerweile auch durch Bescheid zugesichert sind. Mit dem Miet-Kauf von neuen Atemschutzgeräten, die mit Überdruck versehen sind und im Jahr 2023 in Betrieb genommen wurden, konnte eine Verbesserung für die Sicherheit unserer Einsatzkräfte erzielt werden. Die dafür notwendigen Beschaffungskosten von knapp 85 T € sind dadurch jeden einzelnen Cent wert.

Ein wichtiges Anliegen ist uns auch die Ansiedlung neuer Bürgerinnen und Bürger. Dafür sollen Bauflächen in gemeindlichem Eigentum angeboten werden können. Erst kürzlich wurde das Baugebiet Ahornweg in Ransbach erworben. Der erste Bauabschnitt ist bereits erschlossen und kann damit kurzfristig vermarktet werden. Perspektivisch gilt es dann den zweiten Bauabschnitt zu erschließen. Auch im Baugebiet Mansbach konnten Fortschritte erzielt werden. Wir hoffen in einer der nächsten Parlamentssitzungen die Bauleitplanung abschließen zu können und damit Baurecht zu schaffen. Die Erschließung des Baugebietes wird im Zusammenhang mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt ins Auge gefasst.

Um als Standort für künftige Neubürgerinnen und Neubürger attraktiv zu sein, ist auch die Nahversorgung ein wichtiger Standortfaktor. Es bestehen Planungen im DGH Mansbach einen Nahversorgungsmarkt einzurichten. Wir stehen mit MyEnso in regem Austausch, die dort ein entsprechendes Angebot schaffen möchten. Mit 3.200 Produkten wäre man rund um die Uhr gut versorgt. Über einen Onlinemarkt besteht der Zugriff auf über 20.000 Produkte, die sich bestellen und vor Ort abholen lassen. Damit würde man einem Vollversorger gleichkommen. Ein spannendes Projekt, an dem wir mit voller Leidenschaft arbeiten. Nähere Informationen dazu folgen in Kürze.

Die Digitalisierung im Rathaus nimmt ebenfalls immer mehr Fahrt auf. Seit diesem Jahresbeginn werden alle eingehenden Dokumente digitalisiert. Damit werden die bisher konventionellen Akten für die Beschäftigten der Verwaltung fortan im PC einsehbar seien. Dadurch sollen Prozesse verschlangt und optimiert werden. Auch bei der Auskunftsqualität gegenüber unseren Bürgerinnen und Bürgern erhoffen wir uns einen Mehrwert daraus. Und wer sich den Weg in das Rathaus zukünftig sparen will, der kann verschiedene Dienstleistungen zukünftig bequem online von zu Hause aus abrufen. Als moderne Verwaltung und Gemeinde wollen wir diesen Weg auch nach außen darstellen. Dafür haben wir die letzten Monate genutzt, um eine neue Homepage zu kreieren. Die Veröffentlichung wird in den nächsten Tagen erfolgen. Seien Sie darauf gespannt.

Ein wesentlicher Baustein für die Zukunftsausrichtung einer Gemeinde in diesem digitalen Zeitalter ist natürlich die Schaffung der dafür notwendigen Infrastruktur. Noch in diesem Jahr wird die GlasfaserPlus (Tochtergesellschaft der Telekom) in Mansbach den Glasfaserausbau vorantreiben und diese bis ins Haus (FTTH) verlegen. Bei der TNG konnte in allen Ortsteilen eine geforderte Anschlussquote von 40 % im Oktober 2021 erzielt werden. Hier steht man im Wort auch in den anderen Ortsteilen die Glasfaser bis ins Haus zu legen. Daran wird man letztlich auch gemessen werden. Leider steht die Auskunft auch auf Nachfrage für die weitere Vorgehensweise noch aus. Eine Anmerkung sei hier gestattet, der Ausbau von Glasfaser auch im FTTH-Verfahren wird im Telekommunikationsgesetz geregelt. Eine Einflussnahme hat die Gemeinde nicht. Dennoch sind wir froh, wenn unseren Bürgerinnen und Bürgern diese wichtige Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird.

Wichtig ist uns auch die Betreuung der jüngsten unserer Bevölkerung. Wir sind sehr froh, dass wir zwei intakte Kinderbetreuungseinrichtungen in Ausbach und Mansbach mit ganz tollem Personal haben. Es ist schon ein paar Jahre her, dass der Krippenbereich im Obergeschoss des Ev. Kindergarten „Zwergenparadies“ in Mansbach aufgrund von Brandschutzauflagen geschlossen werden musste. Seither ist eine Betreuung für Kinder in dieser Einrichtung erst ab dem 22. Lebensmonat möglich. Träger ist die evangelische Kirchengemeinde Mansbach. Sowohl Kirche als auch Gemeinde streben die Wiederherstellung der Krippe an, um analog zu der Kindertagesstätte „Pfiffikus“ in Ausbach auch eine Betreuung ab dem vollendeten 10. Lebensmonat anbieten zu können. Die Finanzierungssituation erweist sich jedoch als äußerst schwierig. Daher wird angestrebt die Trägerschaft in kommunale Hand zu übertragen. Dafür haben bereits mehrere Gespräche zwischen den Beteiligten stattgefunden. In einem herrscht auf jedenfall Einigkeit zwischen Kirche und Gemeinde, zu jederzeit muss bei den Verhandlungen das Wohl der Kinder an erster Stelle stehen. Damit erhoffen wir uns einen fairen Übertragungsprozess.

In einer Gemeinde wie Hohenroda, im ländlichen Raum gelegen, sind insbesondere die Vereine das Herzstück. Die ehrenamtlichen Vereinsvertreter leisten gerade im Jugendbereich unglaubliches. Wir wollen selbstverständlich unseren Part dazu beitragen und halten entsprechende Infrastruktur zur Ausübung des Vereinssports aufrecht. Insbesondere die Großsporthalle Ransbach steht allen Vereinen unserer Gemeinde zur Verfügung und schlägt jährlich mit knapp 65 T € inkl. Abschreibungen im Gemeindehaushalt zu Buche. Andernorts werden die Sporthallen mit Vereinsnutzung vom Landkreis getragen und bezahlt. Wir denken damit einen außerordentlichen Beitrag zur Vereinsförderung zu leisten, da ist das Geld ebenfalls hervorragend angelegt. Daher bin ich auch sehr dankbar, dass die Gemeindevertretung ab dem Jahr 2023 zusätzlich die Vereinsförderung angepasst und den Maximalbetrag für die Energiekostenbezuschussung vereinseigener Gebäude erhöht hat. Pro jugendlichem Vereinsmitglied unter 18 Jahre werden seither 10,- € (statt bisher 3,- €) gezahlt. Diese Zuschüsse sollen unsere Dankbarkeit für die hervorragende und für unsere Gemeinde so wertvolle ehrenamtliche Vereinsarbeit ausdrücken.

Das war viel Lesestoff an dieser Stelle, zeigt aber die Vielzahl der Aufgaben und Projekte, die letztlich angepackt werden.

Dennoch liegen viele weitere Aufgaben vor uns und warten darauf angegangen zu werden. Ich bin im Übrigen sehr froh, dass bereits vieles gemeistert werden konnte. Auch weiterhin gilt es den vorhandenen Investitionsstau abzubauen und bei einer sparsamen Haushaltspolitik nachhaltig und intelligent mit den Finanzen zu wirtschaften.

Ein großes Dankeschön gilt an dieser Stelle allen Beteiligten, die daran mitgewirkt haben, unsere Gemeinde Hohenroda stets liebens- und lebenswert für unsere Bürgerinnen und Bürger zu gestalten. Ohne den außergewöhnlich hohen Einsatz vieler Ehrenamtlicher wäre das alles nicht möglich gewesen. Davor kann ich nur meinen Hut ziehen.

Das Ergebnis der harten Arbeit lässt sich für uns alle sehen: In Hohenroda tut sich was!

An dieser Stelle wünsche ich Ihnen allen ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2024 in Frieden und bei bester Gesundheit.

Ich freue mich Hohenroda auch zukünftig mit Ihnen voranzubringen.

 
Ihr

Andre Stenda

Bürgermeister